Herren 1: Duell der offenen Scheunentore endet 42:42
Nach dem Rückschlag in Übersee stand für die Herren sogleich das nächste Kellerduell an. Letztes Wochenende war mit dem ESV Rosenheim der Tabellenletzte zu Gast in Trudering. Der ESV konnte bisher nur zwei Spiele gewinnen – eins davon war jedoch gegen die Truderinger im Hinspiel, welches mit 45:25 auch noch ziemlich deutlich ausging. Wie damals bekam auch diesmal die Abwehr keinen Zugriff, doch zumindest der Angriff erwies sich als treffsicherer, weswegen die Partie am Ende torreich mit 42:42 endete.
Doch zu Beginn brauchten beide Mannschaften etwas, um in Fahrt zu kommen. Trudering konnte zunächst noch auf 6:5 vorlegen (9.), doch vor allem in der Abwehr fehlte jegliche körperliche Präsenz, sodass Rosenheim das Spiel auf 9:12 drehen konnte (15.). Coach Maic Wohlmut fand in der daraufhin genommenen Auszeit deutliche Worte, doch diese hatten zunächst nicht den erwünschten Effekt. Viel mehr leistete man sich dann auch noch einige Fehler im Angriff, weswegen Rosenheim weiter auf 11:17 davonziehen konnte (22.). Es blieb auch weiterhin bei einer desaströsen Abwehrleistung, aber zumindest im Angriff reichte die individuelle Qualität wieder zum Torerfolg. So gelang es bis zum Halbzeitpfiff zumindest einigermaßen in Schlagdistanz zu bleiben (19:23).
Trudering kam dann besser aus der Kabine und konnte schnell auf 22:23 verkürzen (34.). Das Spiel lief nun ausgeglichen hin und her, wobei beide Mannschaften die Abwehrarbeit fast vollständig einstellten und die Tore im 30-Sekunden-Takt fielen (28:30, 41.). Leider leistete man sich dann vorne erneut einige einfache Fehler, die Rosenheim dankend annahm und dadurch wieder auf 30:36 davonzog (49.). Zumindest in den letzten zehn Minuten bewiesen dann die Truderinger aber mal wieder Kämpfermentalität. Im Tor konnte der bis dahin sträflich allein gelassene Tim Stadler einige wichtige Paraden beisteuern. Vorne bewies vor allem der junge Julian Krackl absolute Nervenstärke und stemmte sich mit sechs Toren in den letzten zehn Minuten fast im Alleingang gegen die drohende Niederlage. Trudering konnte so zwar auf 37:39 verkürzen (56.), doch einige Fehler verhinderten den Ausgleich und ließen Rosenheim wieder auf 39:42 davonziehen (58.). Aber auch Rosenheim verschenkte den Ball nun leichtfertig und Trudering konnte tatsächlich kurz vor Schluss auf 41:42 verkürzen. Rosenheim versuchte im letzten Angriff die Zeit runterzuspielen, wurde aber schnell mit Zeitspiel zurückgepfiffen. So kamen die Truderinger unverhofft nochmal in Ballbesitz, vertändelten die erste Möglichkeit aber zunächst. Der Ball blieb aber bei Trudering und Moritz Lässer schweißte ihn quasi mit Schlusspfiff unhaltbar ins lange Kreuzeck zum Ausgleich.
Am Ende bleibt wieder einmal ein komisches Gefühl. Eigentlich ist der Punkt gegen den Tabellenletzten deutlich zu wenig im Kampf gegen den Abstieg. Nach der schwachen Leistung und insbesondere dem Spielverlauf ist es am Ende aber doch irgendwie ein gewonnener Punkt – eine Gefühlslage, die diese Saison bei den Truderingern schon häufiger auftrat. In den kommenden Spielen braucht es aber definitiv wieder eine merkliche Steigerung der Abwehrleistung, denn die nächsten Partien werden nicht leichter. Dies gilt bereits am kommenden Wochenende, wenn es gegen die Zweitvertretung des SV Anzing geht. Doch auch die Anzinger sind derzeit nicht wirklich in Tritt, mussten zuletzt 4 Niederlagen am Stück hinnehmen und wurden dadurch in der Tabelle einige Plätze nach hinten durchgereicht. Diese Tatsache und der Fakt, dass man das Hinspiel mit 30:21 gewinnen konnte und dabei eine der besten Saisonleistungen gezeigt hatte, stimmen somit zumindest etwas optimistisch. Anwurf ist am 08.02.2025 um 20.00 Uhr im Sportzentrum Anzing.