TSV Trudering
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Herren I: 20 Minuten Handball reichen in Laim nicht aus

Am letzten Donnerstag ging es für die Herren zum Jahresabschluss gegen den Tabellennachbarn aus Laim. Mit lediglich 4 Rückraumspielern im Kader waren die Voraussetzungen dabei leider weit weg von Ideal.

Nochmal sehr, sehr viel weiter Weg von Ideal waren dann die ersten 10 Minuten aus Sicht der Truderinger. Ohne Rückwärtsbewegung, ohne Zusammenspiel und Bewegung ohne Ball im Angriff und mit kompletter Körperlosigkeit zwang man die Laimer fast sich einen Vorsprung rauszuspielen. Als Coach Patrick Justus beim Stand von 4:8 die Reißleine in Form eines Timeouts zog, machte er jedem einzelnen deutlichst klar, dass so eine „Leistung“ absolut inakzeptabel ist. Und die deutliche Ansage zeigte Wirkung. Endlich begann man in der Abwehr zu arbeiten, spielte deutlich körperbetonter und stellte die Laimer, gemeinsam mit dem ebenfalls gut haltenden Torhüter Steffen Müller, in dieser Phase vor für sie unlösbare Aufgaben. Nach vorne begann man endlich mit einer Bewegung, die mit viel Wohlwollen beinahe als Tempospiel bezeichnet werden könnte. Dazu lief Tobi Niebecker im Positionsangriff heiß und schraubte den Laimern Wurf um Wurf in das Gehäuse. In nur zehn Minuten hatten die Truderinger so aus einem 5:9 Rückstand eine 12:10 Führung gemacht. Obwohl man weiter an diese Leistung anknüpfte, konnten die Laimer durch eine Mischung aus Unglück für die Truderinger und etwas Unfairness von Seiten des Kampfgerichts weiter an den Truderingern dranbleiben und durften sich am Ende glücklich schätzen, mit lediglich einem Tor Rückstand in die Kabine zu gehen.

In der Pause war die Ansage gleichermaßen offensichtlich und klar: an diese 20 Minuten mussten die Truderinger in vielerlei Hinsicht anknüpfen.

Das gelang zu Beginn der zweiten Halbzeit nur in Teilen. Die Abwehr stand im Zusammenspiel mit dem Torhüter weiter gut und fing sich in den folgenden 15 Minuten lediglich 6 Tore. Doch wie leider schon häufiger in dieser Saison, war der Angriff das große Problem. Die Gastgeber unterbanden Tobi Niebeckers Lauf durch eine Manndeckung, womit die Truderinger leider überhaupt nicht zu recht kamen. Es mangelte erneut an Bewegung ohne Ball und – in großen Teilen – an ernstzunehmender Entschlossenheit ein Tor werfen zu wollen. Dennoch war man mit nur noch einem viertel des Spiels vor der Brust weiter auf 20:21 dran. Dann begannen die Laimer das pomadige Angriffsspiel der Truderinger zu bestrafen. Ein Ballgewinn jagte den nächsten und die Truderinger fingen sich fünf Gegenstoßtore in Serie. Besonders ärgerlich war für die Herren dabei, dass alle Ballverluste auf die exakt gleiche Weise zu Stande kamen und man es nicht vermochte diese Fehler abzustellen. Mit noch sieben Minuten auf der Uhr zogen die Laimer so vorentscheidend auf 20:27 davon. Aufgrund von vorschnellen Abschlüssen gelang es den Truderinger auch nicht zum Schluss noch einmal etwas Ergebniskosmetik zu betreiben. So endete die Partie mit einem verdienten, aber wohl etwas zu deutlich ausgefallenen 30:23 Sieg für Laim.

Auch, wenn zu Jahresbeginn noch das letzte Spiel der Hinrunde ansteht, kann man zu Jahresende bereits einen Rückblick auf die bisherige Saison werfen. Diese war leider zunächst mal von sehr vielen Verletzungen geprägt. Alleine im Spiel gegen Laim musste man auf mittlerweile 9 (!) Optionen im Rückraum verzichten. Das hielt die Truderinger zwar nicht davon ab die numerisch beste Abwehr (fairer Weise sei hier gesagt: auch bedingt durch den Spielausfall gegen Salzburg) der Liga zu stellen. Das hatte man mit Sicherheit auch den hervorragenden Torhüterleistungen zu verdanken. Großes Sorgenkind ist und bleibt allerdings nach wie vor der Angriff der Truderinger. Weniger bedenklich als die gezeigten Leistungen ist hier das Maß der Weiterentwicklung. Sowohl einzelnen Spielern als auch mannschaftlich gelingt es deutlich zu selten, die Vorgaben der Trainer und die Trainingsinhalte im Spiel auf der Platte umzusetzen.
Ungeachtet dessen haben die Truderinger fraglos bewiesen, dass sie in egal welcher Konstellation das Vermögen haben, um in der Liga zu bestehen. Um dieses Vermögen konstanter abzurufen und zumindest die eine oder andere Schwäche abzustellen, gilt es jetzt vor allem mit ALLEN verfügbaren Spielern im Training hart zu arbeiten. Dabei helfen soll zusätzlich auch Neuzugang Marc Linke, der vom TSV Ismaning zu seinem Jugendverein zurückkehrt und die Truderinger ab Ende Januar verstärken wird.

Bei einem Rückblick darf eine „Sache“ natürlich nicht fehlen: und das ist die wirklich herausragende Unterstützung, die wir bei allen Spielen erfahren haben. Egal ob Dank unserer Jugendmannschaften, den verletzen Spielern, Freunden oder allen sonstigen mit uns verbundenen Personen, war sowohl die Anzahl der Zuschauer als auch der support während unseren Spielen absolut hervorragend. Wir zählen darauf, dass das auch im neuen Jahr so bleibt und wir es gemeinsam schaffen, nicht nur zu zeigen, dass wir die Liga halten können, sondern dies auch umsetzen werden. Bis zu unserem nächsten Spiel, am 11.01.20 um 18:00 Uhr in heimischer Halle gegen die SG Süd/Blumenau bleibt zumindest ein wenig Zeit zur Vorbereitung und Regeneration auf die restlichen Spiele. Allen, die bis hierhin mit dem Lesen durchgehalten haben, wünschen wir frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr – wir freuen uns bereits, euch zum ersten Spiel gegen Blumenau wieder in der Halle begrüßen zu dürfen.

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